Mohas / unter den Bantu

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Mohas / unter den Bantu

Beitrag von heiko am 28/5/2014, 11:18

Meine Idee: Kulturen aus Afrika entlehnen (da südamerikanische Kulturen wohl für einen gewissen Kontinent südlich von Aventurien vorgesehen sein wird. Ja mir liegt ein ganz klein wenig daran, nicht zu unkanonisch zu werden. Das ist einfach diese DSA-Sozialisation, die ich nicht so schnell loswerde Smile

Die Bantu fände ich da ganz passend. Wenn die einfach eine zeitlang eine gewisse Ausbreitung zwischen Brabak und Selem, und bis nach Altoum eine gewisse Ausbreitung hatten. Aber mehr so als ein Konglomerat.
Man könnte sie z.B. aus dem Hochland um Al’anfa herum stammen lassen. Auf Altoum dann vielleicht eher an den Kulturen Madagaskars orientieren.
Die Geschichte der Bantu geht wie folgt, laut Wikipedia:


Die Bantu stammen ursprünglich vermutlich aus dem Kameruner Hochland und dem Südosten Nigerias. Irgendwann im 2. Jahrtausend v. Chr. begannen sie als Pflanzer von Hackfrüchten ihr Territorium in die Regenwäldervon Zentralafrika auszudehnen. Etwa 1000 Jahre später setzte wahrscheinlich eine zweite, schnellere Phase der Expansion ein, weiter nach Süden und Osten. Überall, wo sie hinzogen, vermischten sie sich mit den bisher dort lebenden Gruppen und bildeten neue Gesellschaften. Etwa 1000 vor Chr. war – möglicherweise eigenständig – zwischen dem Tschadsee und den großen Seen Ostafrikas die Eisengewinnung entwickelt worden. Als die Bantu diese Technik übernahmen, hatte ihr Siedlungsgebiet schon eine beträchtliche Ausdehnung. Etwa gleichzeitig verbreiteten sich vermutlich unter ihnen weitere wichtige Kulturtechniken: Anbau von Getreide, Anbau von Bananen und Viehzucht. Anlass für diese Vermutung bietet die damals eingetretene Wortschatzerweiterung um Wörter wie Getreide, Banane und Viehzucht etc.[1] Als erste früheisenzeitliche Kultur der Bantu gilt die Urewe-Kultur im heutigen Uganda. Südlich des Äquators wird allgemein der Beginn der Eisenzeit mit dem Eintreffen der Bantu gleichgesetzt.[2]

Ausgestattet mit diesen Fertigkeiten scheinen sie sich – eher in kleinen, vom Wanderfeldbau lebenden Gruppen denn in Form großer Wanderungen – über große Teile des östlichen und südlichen Afrika ausgebreitet zu haben. Ein neuerer sehr alter Fund aus der Nähe von Maputo im Süden von Mosambik, sehr ähnlich der Kwale-Kultur (Kenia), führt zu Vermutungen über eine schnelle Ausbreitung entlang der Küste. Ab etwa 400 nach Chr. siedelten Bantu eigentlich schon in all den Gegenden Afrikas, wo sie beim Eintreffen der Europäer wohnten.[3]

Der Übergang von der frühen Eisenzeit (wenig Viehzucht, geringe soziale Differenzierung) zur späten Eisenzeit (Ackerbau und bedeutende Viehzucht, starke soziale Differenzierung, Reichsbildungen), lange Zeit als erneute Wanderungsbewegung gedeutet, wird in den letzten Jahren zunehmend als Kulturentwicklung ohne wesentliche Wanderung aufgefasst. Die den Bantu südwestlich benachbarten Khoisan betrieben so gut wie keinen Feldbau und keine Eisengewinnung, erlernten aber eingehandeltes Eisen zu verarbeiten, z. B. zu Speerspitzen. Ein jahrhundertelanges teilweise eng benachbartes Nebeneinander von eisenzeitlichen Bantu und steinzeitlichen Khoisan wird für das östliche Sambia angenommen und ist für Botswana nachgewiesen.

Und das zur gesellschaftlichen Organisation:
Die Bantu unterteilten sich in verschiedene Volksgruppen oder Häuptlingstümer. Hierbei handelte es sich nicht um nationale Verbände, sondern um unabhängige Gruppen von einigen hundert bis einigen tausend Menschen. In vielen Volksgruppen beriefen sich die Mitglieder auf einen gemeinsamen Vorfahren, meist einen bedeutenden früheren Häuptling. Aus der weniger fernen Vergangenheit ist aber bekannt, dass Leute sich aus politischer Opportunität einer anderen Gesellschaften anschlossen (s.u.). Unveränderlich war dagegen die spirituelle Zugehörigkeit jeder Person zu einem bestimmten Totem. Daran fühlen sich auch viele Bantu mit ansonsten moderner Lebensweise gebunden. Geführt wurden die Volksgruppen von einem Häuptling, der je nach Gruppe über unterschiedlich große Machtbefugnisse verfügte. Die Zugehörigkeit zu einem Häuptling war nicht fest. Ein populärer oder mächtiger Anführer konnte somit durch die Aufnahme von Flüchtlingen anderer Gesellschaften seine Gruppe vergrößern und so an Macht und Ansehen gewinnen. Unpopuläre und schwache Häuptlinge verloren dementsprechend an Einfluss.

Wo es Häuptlingen oder Häuptlingsdynastien gelang, Macht über mehrere Volksgruppen zu gewinnen, wird von Reichen gesprochen. Die Herrscher trugen dann auch klangvolle Titel. Manche dieser Reiche bestanden mehrere Jahrhunderte wie z. B. das Kongoreich (umfasste den Nordwesten des heutigen Angola und angrenzende Teile der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo), andere weniger als ein Jahrhundert, wie z. B. das Matabelereich im heutigen Simbabwe. Während im Kongoreich die mündliche Bewahrung der Reichsgeschichte bis zum Eintreffen der Europäer sorgfältig gepflegt wurde, muss die Staatengeschichte vor denMatabele im Gebiet des heutigen Simbabwe (Monomotapa-Reich u. a.) mühsam aus den Geschichten von Teilgruppen und vor allem aus archäologischen Funden rekonstruiert werden.

Die kleinste Einheit der Bantu-Organisationsstruktur bildete der Haushalt (Household), auch Kraal genannt, bestehend aus Mann, Frau oder Frauen, den Kindern sowie anderen im selben Haushalt wohnenden Verwandten. Der Mann war das Oberhaupt des Haushaltes und konnte in polygamem Verhältnis leben. Er hatte die komplette Autorität über die Familie. So war eine klare Hierarchie gegeben. Diese Hierarchie zog sich weiter bis zu den Kindern. Beispielsweise wurde der erstgeborene Sohn der Nachfolger seines Vaters als Oberhaupt der Familie. Der Haushalt und die verwandtschaftlich sehr engen Beziehungen im Allgemeinen spielten eine wichtige Rolle im Leben der Bantu. Diejenigen Haushalte, die im selben Tal oder auf demselben Hügel beheimatet waren, wurden in Sub-Distrikten (Wards) zusammengefasst. Die Sub-Distrikte oder Wards bildeten eine eigene Verwaltungs- und Rechtsprechungseinheit, dem ein so genannter Headman vorstand.

Die Sub-Distrikte wiederum fanden in Distrikten Zusammenschluss, an dessen Spitze nun der Häuptling stand. Die zentrale Wohnstätte des Häuptlings war oft ein großer, vielfach einige tausend Bewohner umfassender Ort.

Der Häuptling wurde im Allgemeinen nicht gewählt, sondern erhielt sein Amt durch Vererbung. Bei den meisten Stämmen erbte der älteste Sohn das Amt seines Vaters. Bei einigen Stämmen wurde das Amt an den ältesten Bruder des verstorbenen Häuptling, und nach dessen Tod wiederum an dessen ältesten Bruder vererbt. War der letzte Bruder gestorben, ging die Erbfolge auf den ältesten Sohn des ursprünglichen Häuptlings (als ältestem Bruder) über. Der Häuptling war mit einer Anzahl vertrauter Berater umgeben. Dabei handelte es sich meist um Verwandte wie Onkel und Brüder, um einflussreiche Headmen oder um persönliche Freunde. Das politische Gewicht des Stammesrates hing von der Stärke des jeweiligen Häuptlings ab. Je mächtiger und einflussreicher ein Häuptling war, desto weniger Einfluss hatte das Volk. Obwohl der Anführer über große Macht verfügte, stand er nicht über dem Gesetz. Er konnte sowohl vom Rat wie auch von seinem Volk kritisiert werden. Bei Vergehen durfte von ihm eine Wiedergutmachung gefordert werden. Als Folge seiner Vergehen wurde er oft auch von Angehörigen seines Volkes verlassen. Im Extremfall löste er einen Bürgerkrieg aus.

Und das zur Bantu-Philosphie:

Ein katholischer Missionar, Placide Tempels, hat mit seinem Buch über die „Bantu-Philosophie“ einen Impuls zur Neubewertung der afrikanischen Philosophie veranlasst. Denn Tempels verlieh den einheimischen Überzeugungen ein philosophisches Gewand.

Die wichtigsten Thesen Tempels’ könnte man folgend zusammenfassen:

Es gibt eine traditionelle Philosophie der Bantu.
Es handelt sich hierbei um eine Ontologie.
Darin entspricht der Begriff „ntu“ (Kraft, Macht) dem, was im europäischen Raum als „Sein“ bezeichnet wird.
Die Bantusprache hat keine eigenen Ausdrücke, welche die Philosophie beschreiben und sollen bzw. müssen mit Hilfe von abendländischen Begriffen erklärt werden.
Diese Philosophie hat nicht nur das eine beobachtete Volk, sondern haben alle Bantu und „Naturvölker“.
Das bereits erwähnte Wort „ntu“ ist Schlüsselwort ihrer Ontologie. „ntu“ kann mit den Worten Kraft oder Macht übersetzt werden. „Kraft“ und „Sein“ sind untrennbar miteinander verbunden. Jede Entität besitzt eine ihr angemessene Kraft, mit der sie auf andere Kraftwesen einwirken kann. Solche Kraftwesen können Geister, Menschen, Ahnen, aber auch Dinge und Umstände wie Besessenheit oder Leidenschaft sein.

Über die Bedeutung Gottes gibt es getrennte Meinungen. Für manche ist Gott kein „ntu“, sondern ein vorher existierender Schöpfer, der einer anderen Kategorie angehört. Für die anderen hingegen ist Gott das erste und ursprüngliche Kraftwesen.

Nach anderer Meinung beruht diese Deutung auf einer falschen Übersetzung des Begriffs „Ntu, Onto“. „Ntu“ bedeute demnach „Sein“, „das Seiende“ und auch „Ich bin immer“.


Totenbeschwörung: Famadihana Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Famadihana
In den traditionellen Dorfgemeinschaften werden die Gebeine der Vorfahren mindestens alle zehn Jahre ausgegraben. Jeder Familienclan (foko) feiert das Fest in einem eigenen Rhythmus. Dabei werden die Toten mit neuen, kostbaren Leichentüchern aus Seide eingekleidet und wieder begraben. Oft wird ein Famadihana veranstaltet, um die Übertretung eines fady wiedergutzumachen. Der sogenannte Ombiasy (eine Art Schamane) analysiert die Gegebenheiten innerhalb der Gemeinschaft und erklärt Angewohnheiten, Plätze, Personen, Tiere, Pflanzen zum Tabu. In der Regel gewinnt der Fady besonders dadurch an Kraft, dass er mit der Ahnenverehrung und den Toten (Razana) unmittelbar verknüpft wird. Das Totenwendungsfest ist der wichtigste Ritus im madagassischen Ahnenkult und dient zugleich zur Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Strukturen auf lokaler Ebene. Der Ombiasy entscheidet, ob und wann dies notwendig ist, indem er einen spirituellen Kontakt mit den Razana (Toten) aufnimmt.

Das ganze könnte man zu einer ‚echten‘ Totenbeschwörung erweitern. Fänd ich ne spannende Idee.

Moha-typisch sind sie auch Meister in Heilpflanzenkunde.
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Re: Mohas / unter den Bantu

Beitrag von bloodihawk am 15/6/2014, 12:52

So:

Erstmal: Es ist eine schön Idee, dass mit irdischen Rassen zu vergleichen und es scheint, als wäre das tatsächlich eines der Völker, auf denen die Mohaha aufgebaut sind.
Ich selbst habe aus der gesellschaftlichen Organisiation gelernt, der Aufbau war mir unbekannt und man kann es auch sehr schön übernehmen.

Nur verstehe ich nicht, warum du das Kapitel, woher die Bantu irdisch kommen, stehen gelassen hast.
Der Vollständigkeit halber?

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Re: Mohas / unter den Bantu

Beitrag von Amataraeon am 17/6/2014, 14:41

Sehr schöner Hintergrund. Ja, ich glaube damit lässt sich einiges anfangen.
Was mir noch helfen würde:
- Siedlungsweise (Wohneinheiten aus Stein, Holz, Zelten etc.?)
- Ernährung
- Handel(swaren)
- Bewaffnung
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Re: Mohas / unter den Bantu

Beitrag von heiko am 21/6/2014, 08:35

@Ingo: ich habs drin gelassen, damit man es verorten kann.
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Re: Mohas / unter den Bantu

Beitrag von upendo am 28/6/2014, 13:16

Hey, ich find die Ideen sowiet auch gut und stimmig. Willst DU die Bantu quasi 1-zu-1 übernehmen? Ich find den Aspekt des Wanderfeldbaus und der teilnomadischen Viehhaltung sehr schön und passend für die Urwaldumgebung (wobei man da bei der Viehhaltung vieleicht noch mal länger überlegen sollte). Die Totenbeschwörungsidee fiond ich sehr spannen und ich Glaub mit der Religionsbeschreibung lässt sich eine schöne Verknüpfung mit dem echsischen machen.
MEien Frage wäre ncoh willst Du die Gesellschaftsstrujtur tatsächlich ganz so übernehmen? Bantu und auch die nachfolgenden afrikanischen Kulturkreise im Raum Uganda/Ostafrika sind sehr sehr patriachaisch organisiert. Und dass was ich bislang von Mohas mitbekommen habe entspricht dem halt nicht so wirklich....

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Re: Mohas / unter den Bantu

Beitrag von upendo am 28/6/2014, 13:22

hmm und was mir gerade auffällt... wenn wir demnächst Mohas mit GUrps Regeln sopielen... nehmen wir dann die DSA Mohas oder die (kanonisierungs-konformen - "soweit es geht") Mohas von Heiko?
Und wenn zweiteres der Fall ist, sollten wir vielelicht spätestens bis nächstes Wochenende HEikos tiolle Zusammenstellung und Anstöße gemeinsam konkretisieren!

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Re: Mohas / unter den Bantu

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